Der spanische Poet Juan Ramón Jiménez schrieb diese
Prosagedichtsammlung, die den gesamten Jahreskreis umfasst. Der einsame
Ich-Erzähler durchwandert Andalusien auf dem Rücken seines
Esels Platero und schildert Landschaft und Menschen dieser Region. Die
Gitarrenbegleitung stammt aus der Feder Mario Castelnuovo Tedescos.
Erzählt wird die Geschichte des auf der Bühne nur imaginär
präsenten Grautieres. Sein Herr, skurril gekleidet, wird von allen
nur der Verrückte genannt. Platero kennt die Vorlieben seines Reiters
und trägt ihn zu den schönsten Plätzen. Dafür wird
er wie ein Kind verwöhnt.
Es stimmt das Langohr traurig, wenn in kalten Frühjahrsnächten
Schwalben erfrieren. Gleichzeitig erfreuen es die gaukelnden Falter und
der aufbrechende Ackerboden, der neues Leben hervorbringt. Mit Kindern
holt Platero Blumen, deren Köpfe der Regen besprengt. Der Gesang der
Köhlerstochter schläfert ihn ein. Egal ob es ein entflogener
Kanarienvogel ist, ein durch die Luft flatternder Falter oder der Mond
über dem Hügel, alles findet der treue Esel interessant. Nur
die Zigeuner und den Karneval mag er nicht. Eines Morgens liegt Platero
im Stall. Er kann nicht mehr aufstehen und stirbt. Vor dem Grab des
Vierbeiners steht sein Herr und sieht wie aus seinem Herzen Blumen
sprießen. Eine ergreifende Geschichte.